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Mobile Schwimmschule

Nach langer Corona-Pause macht sich die Mobile Schwimmschule mit eigenem Pool wieder einsatzbereit!

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen konnte am Montag, den 14.09.2020 SCHWIMM MIT e.V. seinen ersten eigenen Mobilen Pool feierlich in Empfang nehmen – und sogar bei laufendem Betrieb. Denn für die ersten der insgesamt 50 teilnehmenden Kinder der na` kita in Bremen-Gröpelingen begannen die Wassergewöhnungskurse mit der Mobilen Schwimmschule bereits vor zwei Wochen.

Nach dem erfolgreichen Pilot-Projekt im Mai 2019 in Bremen-Huchting zieht die mobile Schwimmschule jetzt weiter.

Insgesamt planen wir für 2020 mit der Teilnahme von über 200 Kindern in drei Bremer Stadtteilen.

Was braucht es dazu?

  • Einen mobilen überdachten Pool (8 m x 4 m groß) mit Filter und Wärmepumpe
  • Engagierte Helferinnen und Helfer, die hoch motiviert sind
  • Vorschulkinder, die neugierig auf Wasser sind
  • Qualifizierte Übungsleiterinnen und Übungsleiter,
    die mit Herz bei der Sache sind
Video abspielen

Hier bekommen Sie ein Eindruck des Pilot-Projekts im Video

Durch das mobile Becken können in vier Wochen 70 Kinder über je 10 Termine an das Wasser gewöhnt werden. Das ist eine wichtige Vorbereitung auf dem Weg zum Schwimmenlernen!

Das Projekt ist eine Kooperation mit dem DLRG Landesverband Bremen e. V., dem Landessportbund Bremen e. V., dem Landesschwimmverband Bremen e. V. und dem Landesverband Ev. Kindertageseinrichtungen.

Wie alles begann...

Bedeutung des Schwimmens

Angesichts der zahlreichen positiven Effekte auf ihre Entwicklung sollten Kinder möglichst früh lernen zu schwimmen. Für die Teilnahme am Anfängerschwimmkurs gilt nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ ein Alter von vier bis fünf Jahren als ideal.

Drei Problemfelder:

  • Eltern haben kein Wissen über die guten Eigenschaften des Schwimmens und führen Ihre Kinder nicht heran.
  • Es stehen ihnen zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung um an einem Schwimmangebot teilzunehmen, zu hohe Kursgebühren, zu hohe Eintrittspreise.
  • Es gibt zu wenige Angebote/ Kurse. Dies u.a. auch deshalb, da zu wenig Wasserflächen vorhanden sind.

Ziele und Wirkungen

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Quote der Nichtschwimmer*innen bei Kindern im Grundschulalter zu verringern und aufzuzeigen, dass sich frühzeitige Wassergewöhnungsangebote im Vorschulalter auf die Erlangung sicherer Schwimmkenntnisse im späteren Kindesalter positiv auswirken.

Es konnte mit einer mobilen Schwimmschule in Huchting gezeigt werden, dass effektiver Schwimmunterricht auch unabhängig von Schwimmbädern auf dem Kindergartengelände durchgeführt werden kann. Dafür wurde im Juni 2019 für einen Monat ein Lehrbecken an der Einrichtung St. Georg aufgestellt und es wurden dort 12 zweiwöchige Schwimmkurse für Kinder im letzten Kindergartenjahr angeboten.

Zielgruppe sind Kinder im letzten Kindergartenjahr

Das Angebot richtet sich demnach primär an die Kindergärten, damit diese die Schwimmkurse in ihr Angebot aufnehmen.

Das Projekt soll insbesondere Kinder aus von Armut bedrohten oder betroffenen Familien zugutekommen. Daher haben wir für die Durchführung dieses Projektes Stadtteile ausgewählt, die in die Förderrichtlinien der sozialen Stadtentwicklung des Landes Bremen passen.

Mobiles Schwimmbad im Juni 2019

Im Juni wurde auf dem Gelände der Kita St. Georg in Bremen Huchting ein mobiles Schwimmbad errichtet. Es hat eine Wasserfläche von ca. 32 qm, eine Tiefe von etwa 95 cm und eine Wassertemperatur von ca. 27°C. Das Becken wird von einem Zelt überdacht, um sowohl gegen Regen und Wind geschützt zu sein, als auch eine geschützte Atmosphäre im Innern zu schaffen. Im überdachten Bereich gibt es auch Möglichkeiten zur Ablage eines Handtuchs/Bademantels.
Mit Unterstützung der Kindertageseinrichtung wurde vor Beginn des Projektes und nach Abschluss der Kurse ein Elternabend veranstaltet.
Dort haben sich die Organisatoren*innen und Trainer*innen vorgestellt. Hauptthema war die Eltern für das Thema Schwimmen zu sensibilisieren und ihre Unterstützung für das Projekt zu gewinnen.  Es wurden konkrete Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie Hilfe beim Packen/Trocknen der Schwimmbeutel/Schwimmkleidung.  Wir haben auch hier auf die Baderegeln hingewiesen und sie für zu Hause verteilt.
Alle Eltern, auch nicht Anwesende, erhielten einen Elternbrief mit einer Einverständniserklärung, die vor Kursteilnahme in der Einrichtung abgegeben wurde.
Der Elternabend am Ende des Kurses diente dazu den Eltern über den Verlauf zu berichten, die Ergebnisse mitzuteilen und vor allen Dingen die Familien darauf aufmerksam zu machen, dass die Kinder für den Erwerb sicherer Schwimmkenntnisse dabeibleiben müssen. Erst das Bronzeabzeichen macht die Kinder zu sicheren Schwimmern. Im Idealfall können wir an konkrete Vereinsangebote verweisen oder an die Bremer Bäder vermitteln. Auf jeden Fall müssen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wo die Kinder weiter lernen können.

Wassergewöhnung

Die Vormittagskurse werden nur von den Kindern der Kitas genutzt. Die Kurslaufzeit beträgt 10 Tage, über 2 Wochen von Montag bis Freitag. Nach 2 Wochen kommen neue Kinder.  Die Trainer*innen sind mit im Wasser. Zunächst sind 4 Kurse vormittags und 2 Kurse nachmittags geplant. Die Kurse haben jeweils eine Wasserzeit von 30 Minuten und sind für 5 Kinder konzipiert. Sie werden von einer/ Trainerin oder einem Trainer der Fachverbände und einer Bezugsperson aus dem Kindergarten begleitet.
In den Kursen werden die Kinder spielerisch an das Element Wasser herangeführt.

Der Lernprozess zum sicheren Umgang mit Wasser gliedert sich in 3 Phasen

  • die Wassergewöhnung
  • die Wasserbewältigung
  • die Aneignung der Schwimmbewegung

Nach Abschluss der zwei Wochen im Becken vor Ort sind zwei Besuche in einem Schwimmbad geplant. Der erste Besuch dient dabei dem Kennenlernen eines Schwimmbades und den dazu gehörigen Verhaltensregeln. Außerdem sollen hier erste Schwimmerfahrungen im tiefen Wasser gemacht werden. Am zweiten Termin soll bei einigen Kindern das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ abgenommen werden. Dieser Ausflug wird von mindestens zwei rettungsfähigen Personen begleitet werden. Eine der Begleitpersonen ist für die Abnahme des Seepferdchens qualifiziert. Ggf. können bei dem Besuch auch drei Kleingruppen zusammengelegt werden.

Wir erreichen im Idealfall mit unserem Angebot über den Zeitraum von 4 Wochen zwischen 60 bis 72 Kinder.

[ Text: Heiko Adler und Martin Reincke (DLRG Landesverband Bremen e.V.), Quelle: https://sway.office.com/InRy7jcn5iNJp0ex?ref=Link ]